Die Geschichte der KDStV Churpfalz

Die Gründung

Die KDStV Churpfalz wurde am 4. Juni 1920 durch Jakob Friedrich Jung gegründet. Als Farben wurden die alten kurpfälzischen gewählt: Schwarz und Gold. Der Name der Verbindung sollte in Zeiten der Unsicherheit (Kriegsniederlage, Revolution, Umsturzversuche, beginnende Inflation, französische Besetzung der linksrheinischen Pfalz) ein Bekenntnis zur Tradition sein, aus der man neuen Mut für die Zukunft schöpfen konnte. Die Gründungsburschen waren: Blum, Durm, Eichenlaub, Hage, Holzbauer, Jung (TsM), Peter, Ritter (Ho), Baumhauer und Frey. Die junge Churpfalz erlangte in kurzer Zeit im Alltag der Handels-Hochschule in Mannheim eine allseits anerkannte Stellung.

Verlegung und Auflösung

Die Mittel der Stadt und die Zuschüsse der Industrie- und Handelskammer (IHK) reichten nicht mehr aus, die Hochschule zu erhalten. Die neuen (nationalsozialistischen) Machthaber beschlossen daher die Auflösung. Am 1. Oktober 1933 wurde die Handels-Hochschule Mannheim in die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg eingegliedert.
Da an der Universität Heidelberg eine naturwissenschaftliche, kaum bekannte «Freie Akademische Verbindung Kurpfalz» (gegründet 1924) bestand, musste der Name geändert werden. Churpfalz benannte sich in «Rheinbayern» um. Nach der verordneten Aufhebung des Katholizitätsprinzips hieß die Verbindung ab Februar 1934 «DStV (Deutsche Studentenverbindung) Rheinbayern». Die 63. Cartellversammlung auf dem Haus der KDStV Markomannia Würzburg beschloss, den CV aufzulösen. Am 16. November 1935 kam es zur freiwilligen Selbstauflösung der Verbindung. Der Altherren-Verband blieb bestehen und benannte sich 1937 wieder in «Churpfalz» um.

Die Wiederbegründung

Während des Sommersemesters 1947 entstand im Rahmen der Katholischen Studentengemeinde bei den späteren Wiederbegründern der Gedanke, in Mannheim die Churpfalz wieder ins Leben zu rufen. Dem Wiederbegründungsgesuch wurde am 10. November 1947 durch die Militärregierung in Mannheim stattgegeben.
Im September 1949 wurde auf der Cartellversammlung in Mannheim die Wiederbegründung des deutschen Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen beschlossen; der US-Zonen-Vorstand in München erkannte jedoch die Beschlüsse aus formalen Gründen nicht an, weshalb erst ein Jahr später in Mainz der CV wieder offiziell seine Arbeit aufnehmen konnte.

Heute

1983 erfolgte der Umzug in das Haus in D4, 11, das unter maßgeblicher Beteiligung von Heinrich Vetter von der Stadt Mannheim gekauft wurde.

Seit 1998 besteht ein offizielles Freundschaftsverhältnis mit der KÖHV Mercuria zu Wien im Österreichischen Cartellverband (ÖCV).

2002 übernahm die Churpfalz im Zuge der Renovierung der Universitätsgebäude («Renaissance des Barockschlosses») die finanzielle Patenschaft für den Hörsaal EW 159 der Universität Mannheim (Churpfalz-Hörsaal).

In der Zeit vom 1. August 2014 bis zum 31. Juli 2015 stellte die KDStV Churpfalz gemeinsam mit der KDStV Arminia Heidelberg und der KDStV Ferdinandea (Prag) Heidelberg nach 1991/1992  erneut den Vorort des CV. Die 129. Cartellversammlung fand am Christi-Himmelfahrts-Wochenende 2015 in Heidelberg und Mannheim statt.

2015 erhielt die KDStV Churpfalz die höchste Auszeichnung der CV-Afrika Hilfe, die „Paul-Etoga-Medaille“ für ihr Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit.